Neubauförderung nur noch für nachhaltiges Effizienzhaus 40

Bauherren müssen für eine Förderung auf mehr Nachhaltigkeit setzen

Dass die Neubauförderung schnell vergriffen sein wird, vermuteten viele. Doch bereits innerhalb weniger Stunden? Das zur „Verfügung stehende Budget von einer Milliarde Euro sei bereits im Laufe des Vormittags ausgeschöpft“ worden, so die Information vom Bundeswirtschaftsministerium kurz nach Neustart der Neubauförderung für das Effizienzhaus 40. Wirtschaftsminister Habeck stellte klar, dass die Förderung damit nahtlos in das Programm „Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit“ übergeht. Das soll bis Ende des Jahres laufen.  Somit gilt seit 21. April bereits die Stufe 2 der Neubauförderung. Die Förderung für den Bau eines Effizienzhauses 40 wird damit nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude gewährt.

Beim Nachaltigen Bauen sind nicht nur die Baustoffe ansich relvant Foto: pixabay.com Michael Gaida

Förderung als Kredit mit Tilgungszuschuss

Die Neubauförderung erfolgt in Form eines Förderkredits, der über eine Bank oder einen Finanzierungs­partner beantragt werden kann. Für die Planung, den Förderantrag und den Nachweis des Effizienzhausstandards ist ein Energieeffizienz-Experte notwendig. Beim Neubau von Wohngebäuden können über den zinsgünstigen Förderkredit förderfähige Kosten in Höhe von bis zu 150.000 € je Wohneinheit finanziert werden, bei Nichtwohngebäuden bis zu 30 Mio. €. Der Tilgungszuschuss von 12,5 % der Kreditsumme muss dabei nicht zurückgezahlt werden.

Mehr zur Neubauförderung für Wohngebäude

Neubauförderung nur noch mit Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen

Das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ ist ein staatliches Gütesiegel für Gebäude. Vergeben wird das Siegel durch dafür akkreditierte Zertifizierungsstellen. Mit dem Qualitätssiegel wird nachgewiesen, dass das Gebäude die festgelegten Anforderungen an bestimmte ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualitätsstandards erfüllt. Das Ziel: Gebäude mit Qualitätssiegel tragen in besonderer Weise zu einer nachhaltigen Entwicklung bei, Nachhaltigkeits-Merkmale und Eigenschaften sind auf einem Blick erkennbar.

Ein zusätzliches Qualitätssiegel fürs Haus, um die Förderung zu bekommen, quasi wie eine TÜV-Plakette fürs Auto. Doch was damit im Einzelnen verbunden sein wird und wie dies bei der derzeit schon angespannten Situation am Bau ankommt, bleibt abzuwarten. Die Theorie: Bei der Bewertung der Nachhaltigkeitskriterien werden nicht nur der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen des Gebäudes während der Nutzungsphase berücksichtigt sondern auch auf die benötigte Energie für den Bau, für Baustoffe, Transport und Verarbeitung sowie daraus resultierende Umweltauswirkungen. Ebenfalls fließen Punkte wie Barrierefreiheit und flexible Nutzungsmöglichkeiten ein. All das muss bereits in die Planung berücksichtigt werden und bereits vor dem Bau vorhersehbr sein.
Wir sollen und müssen nachhaltig leben und nachhaltig bauen und uns bewusst dafür entscheiden. Ob ein nun zusätzlich erforderlicher Zertifizierungsprozess, on top zu den schon jetzt äußerst komplexen Anforderungen den gewünschten Nutzen erzielt? Ein Signet von einer weiteren, in den Bau involvierten, externen Zertifizierungsstelle? Ist Nachhaltigkeit nicht zuletzt auch immer mit der Konzentration auf das Wesentliche verbunden, der Vereinfachung von überwachsener Strukturen mit Verständnis und Rücksichnahme, dass unser Handeln direkten Einfluss auf Umwelt, Natur, Klima und das Lebensumfeld zukünftiger Generationen hat? Eins ist klar, Bauherren müssen mehr denn je gut informiert sein und transparent beraten werden. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, vermutet: „Das Siegel als Förderbedingung wird für viele Bauwillige ein Hemmnis darstellen, da es noch nicht genug Kapazitäten zur Vergabe gibt“.


Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stellt Infos zum „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ online und nicht ganz trivial aufbereitet, unter https://www.nachhaltigesbauen.de/austausch/beg/ bereit. Die Broschüre „Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude – Neubau von Wohngebäuden“ (Download) gibt einen Überblick und Erläuterungen.

Das macht ein nachhaltiges Gebäude aus

Das Nachhaltigkeit im Gebäude im Übrigen kein neues Thema ist, zeigt unser Beitrag „Wo im Gebäude steckt eigentlich die Nachhaltigkeit?“ – von 2016!  Experten aus verschiedenen Bereichen erläuterten am Beispiel des Scandic Hotels am Potsdamer Platz, was ein nachhaltiges Gebäude ausmacht.

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