Vorgestellt: Passivhaus in Augsburg

Passiv-Wohnhaus in Augsburg

Foto: © Kunz Architekten, Augsburg

Passend zu den sonnigen und heißen Sommertagen stellen wir ein tolles „Passivhaus mit Urlaubsfeeling“ vor. Ein schmuckes Architektenhaus mit viel Platz, in dem man sich wohl fühlt, nach vorbildlichen Energiestandards und dazu in kürzester Zeit gebaut – und das alles zum angemessenen Preis. Genau so ein Haus steht in Bornstetten in der Nähe von Augsburg.

Der zweigeschossige Wohnkubus mit einer Wohnfläche von über 425 Quadratmetern wurde innerhalb von nur fünf Monaten errichtet. Dahinter steckt zum einen die architektonisch moderne und klare Formensprache. Zum anderen ein ausgeklügeltes Energiekonzept, das die Energieeffizienzanforderungen eines Passivhauses erfüllt.

Passivhaus in Augsburg

Architekt Michael Kunz

Geplant und gebaut wurde das Wohnhaus von Architekt Michael Kunz und seinem Team. Und dafür entschied er sich bewusst für Baukonzepte und Lösungen, die nicht alltäglich aber sehr wirkungsvoll sind. In enger Zusammenarbeit mit Herstellern entstanden zugleich flexible, nachhaltige und energieeffiziente Lösungen. Vom Boden über die Wände bis zum Dach, vom Heizen bis zum Lüften, alles wurde hinterfragt.

„Mit dem Prototyp wollte ich zeigen, dass hochwertige Architektur durchaus bezahlbar ist.“

Flachdächer sind die bessere Lösung

Ein Blick hinter die Fassade zeigt, was alles in dem Haus steckt. So lässt das Ergebnis der aktuellen Umfrage „Monitor Private Bauherren 2015“ von BauInfoConsult den Architekten wohl eher kalt. Fast die Hälfte aller Eigenheimbesitzer entscheide sich demnach derzeit für ein Steildach fürs neue Eigenheim. Michael Kunz baute das Haus mit einen Flachdach. Und das hat gute Gründe. „Knapp 30 Prozent der Wärme gehen über das Dach verloren“, so der Architekt „und im Gegensatz zu Satteldächern haben Flachdächer weniger Volumen“.

Das Dach wurde als sogenanntes Umkehrdach gebaut. Die Flachdachdämmung aus XPS-Dämmplatten liegt hier auf statt unter der Dichtung. Das schützt die wichtige Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen und Sonneneinstrahlung. Neben der hochwertigen Dämmwirkung erhöht sich somit die Lebensdauer des Daches erheblich.

Auch bei den nicht unterkellerten Teilen des Hauses kam der XPS-Dämmstoff zum Einsatz. Druckstabil, verrottungsfest und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit wurden die 35 Zentimeter dicken Dämmplatten direkt unter der lastabtragenden Bodenplatte eingebaut. „Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass wir ganz ohne Fundament auskamen“, so Kunz. „Das ging sehr schnell und wir haben einen höheren Dämmwert“.

Außenwand mit U-Wert von 0,1

Die Außenwände selbst wurden in massiver Holzbauweise gebaut. Basis sind querverleimte Mehrschichtholzwände. Die garantieren eine äußerst stabile Konstruktion. Alle Verkleidungs- und Dämmelemente sind konstruktiv getrennt, so dass keine Wärmebrücken, wie z.B. bei herkömmlichen Holzständerkonstruktionen auftreten.

Und die Fenster? „Natürlich kann man auch bei einem Passivhaus mit großen Fensterflächen arbeiten“, sagt Kunz mit Verweis auf die 9,5 Meter lange und 3 Meter hohe Glasfassade des Hauses.

Erneuerbare Energien

Dank der hochwertigen Gebäudehülle gehen Haus und Bewohner von vornherein wenig Wärme und Energie verloren. Zudem wird mit Erneuerbaren Energien geheizt: Im Haus kommen drei verschiedene, allesamt regenerative Heizungsträger zum Einsatz. Eine Stückgutholzheizung mit Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung auf dem Dach, eine Pelletheizung und eine Wärmepumpe. Unter dem geschliffenen Betonboden befindet sich eine Fußbodenheizung. In Kombination mit der integrierten Deckenheizung sowie der Be- und Entlüftungsanlage garantieren Haus und Heizung zu jeder Jahreszeit ein optimales Raumklima. Und das obwohl die Räume im Haus bis zu drei Meter hoch sind.

Und die Kosten?

Als Passivhaus spart das Haus Tag für Tag Energie und Kosten. Beim Bau selbst fiel die kurze Bauzeit ins Gewicht – und das positiv. Denn das spart enorm. Hier kommt es im Vorfeld auf eine gute Planung an. Zudem ist die Abstimmung von Architekt, Fachingenieuren, den Baufirmen und in dem Fall auch den Baustoffherstellern wichtig.

Mehr Informationen zum Haus findet man online unter: www.kunzhaus.de.
Eine Galerie lädt zu einer Besichtigung ein. www.kunzhaus.de/index.php?view

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