Baustein KfW-Förderung

KfW-Bildarchiv  Thomas Klewar

KfW-Bildarchiv Thomas Klewar

Kein leichtes, aber ein lohnendes Thema. Denn hier kann bares Geld gespart werden. Wir stellen Ihnen die zwei wichtigen KfW-Programme für umweltbewusste Bauherren und Hauseigentümer und die geplanten Änderungen und Neuerungen vor.

Wer ein Haus baut oder Modernisierungsmaßnahmen plant, muss einiges beachten und vielfältige Entscheidungen treffen. Da gibt es interessante Sachen und welche mit denen man sich lieber erst gar nicht beschäftigen will. Eins haben alle gemeinsam: Am Ende jeder Entscheidung stehen zumeist Ausgaben: Investitionskosten, Materialkosten, Kosten für Energieberater, für den Planer und den Handwerker. Ein Thema, das auf der Unbeliebtheitsskala eher oben steht, ist das Thema Förderung. Und das eigentlich völlig zu unrecht. Denn Zuschüsse sparen bares Geld und zinsgünstige Förderkredite halten die auflaufenden Zinsraten im Rahmen.

Warum fallen Förderungen dann allzu oft einfach unter den Tisch?

Die wenigsten kennen Ihre Fördermöglichkeiten. Und das ist nicht verwunderlich. Die deutsche Förderlandschaft ist unübersichtlich. Verschiedenste Programme mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und -beschränkungen, Antragsformen und -verfahren, Zeit- und Terminsetzungen stellen nicht nur Eigentümer vor eine Herausforderung. Das kostet viel Zeit und Geduld. Willkommen im deutschen Bürokratiedschungel! Martin Kutschka, Anbieter der Fördermitteldatenbank www.foerderdata.de weiß: „Information allein reicht oft nicht aus. Häufig stellt die Auswahl und Beantragung von Fördermitteln eine weitere, große Hürde dar.“

Beim Thema Förderung am Ball zu bleiben zahlt sich aus.

Fakt ist: Stimmen die Voraussetzungen, wird die Entscheidung für energieeffiziente Baumaßnahmen, Produkte und Techniken belohnt. Dabei geht es in der Regel um mögliche Zuschüsse von 10 Prozent bis zu 35 Prozent Ihrer Investitionskosten oder zinsgünstige Förderkredite ab 0,75 Prozent. Durch eine Förderung lassen sich die Kosten bereits bei der Umsetzung senken. So können finanzieller Spielraum, etwa für hochwertige Materialien geschaffen oder zeitnah weitere Maßnahmen angegangen werden.

Einen automatischen Anspruch auf Förderung hat allerdings niemand, hier liegt die Initiative beim Hauseigentümer, die bereit stehenden Fördertöpfe aufzutun. Die KfW-Programme zu nutzen, ist einfacher als man denkt. Mit Energieberater und bei Finanzierung mit dem Bankberater, können Fördergelder problemlos eingefahren werden.

Die KfW-Programme

Die wichtigen staatlichen Programme wickelt die KfW-Förderbank ab. Die vergibt vom Staat zinsverbilligte Kredite oder wahlweise Modernisierungszuschüsse an Bauherren und Hauseigentümer im gesamten Bundesgebiet. Zum August 2015 kündigt die KfW nun bereits Änderungen ihrer Programme an. Die zwei wichtigsten stellen wir Ihnen im Kurzüberblick vor.

Das KfW-Programm für Bauherren:
Energieeffizient Bauen

Neue energieeffiziente Eigenheime förderte die KfW im letzten Jahr mit insgesamt 5.623 Millionen Euro.
Den Kredit erhalten Bauherren, die umweltfreundlicher und energiesparender bauen, als es das Gesetz fordert. Grundsätzlich gilt: Förderung immer vor Beginn der Arbeiten beantragen. Je energiesparender ein Haus, desto besser die Förderung.

KfW-Effizienzhäuser

Momentan gibt es die Förderkredite für drei Energiestandards. Das KfW-Effizienzhaus 70 und die KfW-Effizienz- und Passivhäuser 55 und 40. Die drei Förderstufen richten sich nach dem Einsparpotenzial gegenüber einem streng nach den gesetzlichen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) gebauten Wohnhaus. Das würde nach der KfW einem Effizienzhaus 100 entsprechen. Ein KfW-Effizienzhaus 70 beispielsweise liegt energetisch gesehen 30 Prozent (100-30=70) unter dem EnEV-Haus. Das Haus ist im Bau zwar erst einmal teurer, spart allerdings zeitlebens Energie und Energiekosten.

Der Klassiker – das KfW-Effizienzhaus 70

Das KfW-Effizienzhaus 70 ist seit Jahren der Renner unter den von der KfW geförderten Neubauten. In 2014 beantragten 76 Prozent eine Förderung für den Bau eines KfW-Effizienzhauses 70.

Bis zu 50.000 Euro der Baukosten können über die KfW-Bank momentan zu 0,85 Prozent finanziert werden. Der Kredit muss über die Hausbank beantragt werden. Die übernimmt die ganze Abwicklung und alle Formalitäten dafür. Das heißt, für die Finanzierung haben Sie weiter einen Ansprechpartner. Ein Energieberater, Bauträger oder Fertighaushersteller muss dem Bauherrn und der Bank gegenüber bestätigen, dass die Förderstufe auch erreicht wird.

Mit Inkrafttreten der neuen EnEV zum Jahresbeginn 2016 ist allerdings Schluss mit der Förderung. Ab dem 1. Januar 2016 tritt eine 25-prozentige Verringerung des nach EnEV zulässigen Primärenergiebedarfs bei Neubauten in Kraft. Der neue EnEV-Neubaustandard ist dann von vorn herein 25 Prozent besser. Das KfW-Effizienzhaus 70, nur noch knapp über Grundform, fliegt damit aus der Förderung. Bis zum 31. März 2016 sollen Bauherren noch einen Förderantrag bei der KfW über ihre Bank einreichen können.

KfW-Effizienzhäuser 55 und 40 – Tilgungszuschuss macht Förderkredit interessant

Das KfW-Effizienzhaus 55 macht derzeit knapp 20 Prozent der geförderten, neu gebauten Eigenheime aus, das noch bessere Effizienzhaus 40 gut 5 Prozent. Bis zu 50.000 Euro der Baukosten können über die KfW-Bank momentan zu 0,75 Prozent finanziert werden. Interessant und oft vernachlässigt ist hier der zusätzliche Tilgungszuschuss. Denn hier muss nicht der gesamte Kreditbetrag an die KfW zurückgezahlt werden. Beim Effizienzhaus 55 erlässt die Förderbank bis zu 2.500 Euro, beim Effizienzhaus 40 sogar bis zu 5.000 Euro. Das wirkt sich positiv auf die Zinsen und die Laufzeit aus.

Geplante Änderungen ab 2016

  • Der Förderkreditbetrag soll von 50.000 auf 100.000 Euro je Wohneinheit erhöht werden.
  • Eine 20-jährige Zinsbindung soll eingeführt werden.
  • Für das KfW-Effizienzhaus 55 soll ein vereinfachtes Nachweisverfahren eingeführt werden.
  • Auslaufen des Förderstandards KfW-Effizienzhaus 70.
  • Einführung des neuen Förderstandards KfW-Effizienzhaus 40 Plus.
  • Eine Schutzklausel soll als Fördervoraussetzung eingeführt werden: Der Erwerb von Neubauten wird gefördert, wenn der Kaufvertrag eine Haftung des Verkäufers für den geplanten KfW-Effizienzhausstandard vorsieht.
  • Ab 1. April 2016 soll die erforderliche energetische Fachplanung und Baubegleitung für Neubauten durch einen Sachverständigen auch im Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Baubegleitung“ (431) gefördert werden.

Mehr dazu im Förderratgeber der KfW:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderratgeber/

Das KfW-Programm für sanierungswillige Hauseigentümer: Energieeffizient Sanieren

Im letzten Jahr vergab die KfW Fördergelder in Höhe von 3.697 Millionen Euro für energieeffiziente Modernisierungen von Wohnhäusern. Private Haussanieren können zwischen Zuschuss und Förderkredit wählen. Der Kredit wird über eine Hausbank beantragt. Die übernimmt die ganze Abwicklung und alle Formalitäten. Der Antrag für einen Zuschuss muss direkt bei der KfW eingereicht werden.

Einzelne Maßnahmen werden genauso gefördert, wie komplett-Sanierungen oder Schritt-für-Schritt-Sanierungen. Die Einzelmaßnahmen liegen bei der Förderung weit vorn, Kredit und Zuschuss halten sich hier die Waage. Ein Blick ins letzte Jahr zeigt: 41 Prozent der Fördergelder wurden als Zuschuss für Einzelmaßnahmen ausgegeben, weitere 40 Prozent als Einzelmaßnahmen-Kredit.

Häuser mit Baujahr zwischen 2001 und 1995 werden ab August auch gefördert

Bislang sind alle Wohngebäude förderfähig, für die vor dem 1. Januar 1995 der Bauantrag gestellt bzw. die Bauanzeige erstattet wurde. Das wird zum August 2015 geändert und die förderfähigen Wohngebäude erweitert. Dann gilt als Stichtag der 1. Februar 2002.

Wer das Programm nutzen will, sollte Folgendes beachten:

  1. Die KfW-Anforderungen liegen über den gesetzlichen Standards der Energieeinsparverordnung.
  2. Je energiesparender das Haus am Ende ist, desto besser fällt auch die Förderung aus.
  3. Der Förderantrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.
  4. Ein Energieberater muss der KfW bestätigen, dass alle Förderkriterien erfüllt werden. Erst dann wird die Förderung auch ausgezahlt.

Energieeffizient Sanieren – Kredit

Bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit können bei Einzelmaßnahmen von Keller bis zum Dach oder der Heizung zu zinsgünstigen 0,75 Prozent über den KfW-Kredit finanziert werden. Wer das ganze Haus in die Hand nimmt und auf Effizienzhausniveau saniert, bekommt bis zu 75.000 Euro je Wohnung, ab 1. August 2015 sogar 100.000 Euro. Zusätzlich wird ein ansehnlicher Tilgungszuschuss eingeräumt. Für ein KfW-Effizienzhaus 115 oder ein denkmalgeschütztes Gebäude müssen so 7,5 Prozent des Kredits erst gar nicht zurückgezahlt werden. Wer das Neubauniveau erreicht, kann sich 10 Prozent des Kreditbetrags sparen. Auch ein Effizienzhaus 85 ist machbar, hier werden 12,5 Prozent der Kreditsumme erlassen. Welches Effizienzhaus-Potenzial in einem Haus steckt und was wirklich wirtschaftlich sinnvoll ist, kann ein Energieberater berechnen, noch ehe ein Cent ausgegeben ist.

Energieeffizient Sanieren – Zuschuss

Eine Zuschuss-Förderung hat den großen Vorteil: Sie muss im Gegensatz zum Kredit nicht zurückbezahlt werden. Die Anforderungen sind die gleichen wie bei einem Kredit. Der Zuschuss für eine Einzelmaßnahme beträgt 10 Prozent der Kosten. Das heißt, 10 Prozent etwa einer Kellerdeckendämmung, neuer Fenster oder der Dachdämmung übernimmt der Staat. Wer mindestens 3.000 Euro investiert, kann die Förderung beantragen. Bis zu 5.000 Euro gibt der Staat zur Einzelmaßnahme dazu. Wer auf Effizienzhausniveau saniert, kann mit 10 Prozent bis zu 25 Prozent Zuschuss rechnen.

Mehr zur Modernisierungsförderung der KfW:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Energetische-Sanierung/

Unser Förder-Tipp: Nutzen Sie Ihren Heimvorteil!

Zuschüsse kombinieren

Weitere Zuschüsse gibt es von Bundesländern, Landkreisen, und vor allem von Städten und Gemeinden. Die sind in der Regel leicht zu beantragen und können den KfW-Zuschuss oftmals zusätzlich aufstocken. Die passenden Förderprogramme findet man kostenlos z.B. unter www.foerderdata.de/foerdermittel-suche

Kredite der Landesbanken checken

Was die KfW als Förderbank der Regierung treibt, leisten auch die Landesbanken der Bundesländer. Die haben zum Teil eigene Förderprogramme, einige davon bauen auf der KfW-Förderung auf. Das heißt, die Anforderungen sind die gleichen, wie bei der KfW, die Konditionen mitunter sogar besser. Durch Landesmittel werden etwa die Zinsen weiter verbilligt oder der Tilgungszuschuss zusätzlich erhöht. Etwa in Brandenburg und Baden-Württemberg kann so ordentlich gespart werden.

1 Kommentare zu “Baustein KfW-Förderung

  1. Vielen ist gar nicht bewusst, auf welche Fördermittel hier tatsächlich zurückgegriffen werden können. Da ist dieser Artikel schon sehr hilfreich und wird einigen sicherlich eine sehr große Hilfe sein.

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