Erster Bundespreis UMWELT & BAUEN

Es gelingt nachhaltige Bauweisen und Sanierungsprojekte bezahlbar umzusetzen.
Innovative Projekte für nachhaltiges Bauen wurden erstmals mit dem Bundespreis ausgezeichnet.

Energieeffizientes Bauen

Ob moderne Wohngebäude mit besonders geringem Energiebedarf und sozialverträglichen Mieten oder das intelligent gestaltete Schulgebäude mit energiesparsamer Low-Tech Lüftung – mit innovativen Ideen antworten die mit dem ersten Bundespreis UMWELT & BAUEN prämierten Bauprojekte aus Aalen, Hamburg und Berlin des ersten Bundespreises UMWELT & BAUEN auf die Herausforderungen nachhaltigen Bauens.

Die Corona-Krise macht auch vor der Baubranche nicht halt und zwingt diese erstmals seit Jahren stetigen Wachstums in die Rezession – dabei ist die Nachfrage an neuem Wohnraum ungebrochen. Dennoch darf es am Ende der Pandemie nicht zu einem „Weiter so!“ kommen, denn Gebäude verbrauchen enorme Ressourcen beim Bau und im Betrieb und spielen daher eine zentrale Rolle beim Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung. Die Nachfrage an neuem Wohnraum bleibt trotz der Corona-Krise ungebrochen. Umso wichtiger ist eine möglichst rasche Transformation des Bauens hin zu nachhaltigen Bauweisen. Damit wird die Baubranche auch zukunftsfest. Aber dazu braucht es Knowhow und Projekte mit Vorbildfunktion.

Parlamentarischer Staatssekretär Florian Pronold:
„Die ausgezeichneten Projekte bilden ein breites Spektrum dessen ab, was bereits heute in Sachen nachhaltiges Bauen möglich ist. Sei es der neue Schultrakt eines Gymnasiums oder die denkmalgerechte energetische Sanierung einer Scheune zum Wohnhaus – es braucht Preise wie den Bundespreis Umwelt & Bauen, um solche Projekte für die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen und so einen Paradigmenwechsel herbeizuführen.“

„Nur wenn es gelingt, nachhaltige Bauweisen und Sanierungsprojekte auch bezahlbar umzusetzen, können diese konventionelle und oftmals klimaschädliche Praktiken ablösen. Ich freue mich daher, dass die Entscheidung der Jury dem Rechnung trägt und soziale Aspekte, wie Durchmischung und bezahlbarer Wohnraum, mitgedacht wurden.“ Professor Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts

Preisträger Wohngebäude
Stadthäuser StadtFinken Hamburg
ARGE MUDLAFF & OTTE / Studio Witt / MoRe Architekten

Auf einem 145 Meter langen Baufeld wurden 22 Stadthäuser mit 44 Wohneinheiten im Passivhausstandard realisiert. Das umgesetzte Energiekonzept ermöglicht sogar die Einhaltung der Plus-Energiehausstandards und führt so zu einem negativen Primärenergiebedarf. Ermöglicht wird dies durch die Ausbildung der Gebäudehülle im Passivhausstandard, dem Einsatz von Erdsonden zur Wärme- und Kälteerzeugung, ein Biogas-BHKW, der Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser und einer Photovoltaikanlage, die 80 % des Strombedarfs deckt.
Das Projekt wurde durch eine Baugruppe realisiert und umfasst Gemeinschaftseinrichtungen wie Gärten, Gemeinschaftsraum mit Gästebett und E-Lastenfahrräder, die von allen genutzt werden können.

 

Anerkennung Quartiere
Ökologische Mustersiedlung Prinz-Eugen-Park, München

Als Teil der Bebauung im Prinz-Eugen-Park in München, realisierte die Landeshauptstadt München eine ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise mit 566 Wohnungen in 8 Projekten. Bereits bei der Vergabe der Grundstücke führten Kriterien zu Vorgaben für Mobilitätskonzepte, Wohnflächenverbrauch, Regenwassernutzung oder Gemeinschaftsflächen. Mit wissenschaftlicher Begleitung wurden Kenngrößen entwickelt, die den Einsatz nachwachsender Rohstoffe bewerten und die Grundlage für ein finanzielles Zuschussprogramm der Stadt bilden. Die so entstandenen Gebäude zeigen beispielhaft, welche innovativen Lösungen in Holzbauweise für unterschiedliche Wohn- und Gebäudekonzepte heute möglich sind. Das entstandene Quartier ist nicht nur beispielgebend für einen konsequenten Einsatz nachwachsender Rohstoffe, sondern auch für eine heute geforderte Quartiersvernetzung mit einem Quartiersmanagement zur Beteiligung der Nutzer bei der Nachbarschaftsentwicklung.

 

Anerkennung als Sonderpreis
„Kreislaufhaus“ Verwaltungsgebäude RAG Stiftung, Essen, kadawittfeldarchitektur

Das bereits 2017 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der RAG-Stiftung und RAG AG auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen, repräsentiert mit den realisierten Zielsetzungen alle Aspekte eines zukunftsfähigen nachhaltigen Gebäudes. Der Verwaltungsbau bildet auf dem Standort der ehemaligen Kokerei, durch seine begrünte Dachlandschaft Flächen für Aufenthalt und Erholung. Das über die Dachflächen aufgefangene Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und zur Bewässerung und für die WC-Spülungen genutzt. Flora und Fauna sichern die Biodiversität am Standort und bilden kleine Biosphären.

Es zeigt, wie die Ziele des nachhaltiges Bauens in allen Bereichen der Planung, Bauausführung und Gebäudebetrieb berücksichtigt werden können. Bereits die Wahl der Baustoffe und -materialien berücksichtigt nicht nur alle Aspekte der Umweltwirkung bei Herstellung, Verarbeitung und Rückbau, sondern auch die Auswirkungen auf die Innenraumluft und die Behaglichkeit der Nutzer.

Das Projekt ist auch Teil eines Forschungsprojektes, mit dem die zukünftige Nutzung des Gebäudes als Rohstofflager untersucht wird. Materialkataster dokumentieren den Einsatzort, Mengen und Qualität der verwendeten Baustoffe. Die Energieerzeugung vor Ort erfolgt durch 18 Geothermiesonden und eine Photovoltaikpergola auf dem Dach.

 

Der Bundespreis

Für den Bundespreis UMWELT & BAUEN sind insgesamt 83 Bewerbungen im Projektbüro der Ökozentrum NRW GmbH eingegangen. Am 29. September 2020 wurden vier Gewinnerprojekte des Wettbewerbs gemeinsam durch das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) ausgezeichnet. Die ausgezeichneten Projekte wurden unter Leitung von Frau Professor Dr. Reicher durch eine zehnköpfige Jury bestehend aus Architektinnen und Architekten, Expertinnen und Experten des nachhaltigen Bauens aber auch Institutionen wie dem Deutschen Mieterbund e.V. und des NABU gekürt. Verliehen wurden vier Preise und sieben Anerkennungen in vier Wettbewerbskategorien.

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