Flachdach mit Wohnraumreserve

Das richtige Flachdach hat viele Gesichter und Möglichkeiten

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Quelle: Gute Architektur – Verband privater Bauherren Foto: Michael Reisch, Düsseldorf

Was machen, wenn’s im heimeligen Zuhause zu eng wird? Ein individuell zugeschnittener Anbau kann die Lösung sein. Das zeigte auch ein Düsseldorfer Projekt, wo dem Neubau nachträglich ein Staffelgeschoss aufgesattelt wurde.

Ein solches Staffelgeschoss springt gegenüber den darunterliegenden Geschossen zurück. Neben statischen Beweggründen kann ein Staffelgeschoss den Hof- oder auch Straßenraum nach oben optisch aufweiten und für genug Lichteinfall sorgen. Der Rücksprug kann perfekt als Terrasse oder für ein Gründach genutzt werden.

In Düsseldorf kamen die Bewohner an ihre Grenzen.

“Nach sieben Jahren Leben im Hinterhofhaus stellen sich neue Anforderungen an die junge Familie mit inzwischen zwei Kindern, das soziale Experiment ‘Wohnen im Einraum’ stößt an seine Grenzen.” berichtet der Architekt auf www.vpb.de/gute-architektur-nachverdichtung-ddorf.html. Das war möglich, da das zweigeschossige Wohnhaus auf dem Flachdach ganze 14 mal fünf Meter Platz bot, um die dringend benötigte Wohnfläche zu gewinnen. Im neuen Bereich entstanden ein vollwertiges Kinderzimmer, ein Bad und zwei Dachterrassen.

Das erst vor wenigen Jahren komplett neu gebaute Dach wieder aufnehmen? Die teure und arbeitsintensive Dachabdichtung wieder entfernen lassen? Flachdächer, die als Umkehrdächer ausgeführt wurden, haben dabei große Vorteile. Hier liegt das Dämmmaterial auf der Abdichtung. Zur Anwendung kommen hier z.B. so genannte XPS-Platten, die die Abdichtung nicht nur vor Sonneneinstrahlung und Witterung schützen. Sie sind extrem druckbeständig und kommen daher auch unter der Bodenplatten von Wohnhäusern zum Einsatz. Lässt die Statik es zu, sieht das Umkehrdach einer späteren Aufstockung also locker entgegen. Bekiest, mit Terrassenbohlen belegt oder als Gründach bepflanzt – ein Umkehrdach kann viele Gesichter haben. Zudem sind die Platten weder verklebt noch verdübelt und können so ohne Probleme wieder abgenommen und sogar eins zu eins wiederverwendet werden.

Möglich wurde die Aufstockung zum einen, da sich die Bauordnung für die Bauherren zum positiven geändert hat. Was vorher nicht umgesetzt werden konnte, ist damit nun möglich. Zum anderen wählte der Architekt für den Dachaufbau die vergleichsweise leichte und modulare Holztafelbauweise. Denn die Logistik der Baumaterialien sollte bei einem Dachaufbau oder Ausbau nicht unterschätzt werden. Eine nur über das Vorderhaus zugängige Baustelle erhöht den Schwierigkeitsgrad noch einmal.

Das Projekt im Detail und weitere tolle Ideen finden zukünftige Bauherren unter http://www.vpb.de/gute-architektur.html

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