Regierung schmeißt 30 Milliarden zum Fenster raus

Milliardenschwere Ausgleichszahlungen für klimapolitische Versäumnisse

Der Bundesregierung drohen mindestens 30 Milliarden Euro an Ausgleichszahlungen für ihre klimapolitischen Versäumnisse, hat das Ökoinstitut berechnet.
Lieber teure Emissionszertifikate von andere EU-Länder kaufen, statt das Geld sinnvoll einzusetzen, um die EU-Klimaschutzvorgaben für Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude doch noch zu erreichen oder zumindest anzugehen? Ist es nicht paradox bei Nichterreichen der Klimaziele die energetischen Standards noch herunterzuschrauben?

Die Grafik zeigt die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.  Quelle: Statistica

Die Grafik zeigt die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Quelle: Statistica

Statt den geplanten 2,1 t CO2 oder den nach wissenschaftlichen Berechnungen möglichen 90 Mio Emissionseinsparung wurden gerade mal 230.000 t eingespart.

„Im Gebäudebereich hat die Bundesregierung es über Jahre verpasst, die  CO2-Einsparpotentiale zu heben. Das zeigt der Klimaschutzbericht 2017 deutlich. So werden allein im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) statt 2,1 Mio. t  CO2 nur magere 230.000 t eingespart. Das entspricht lediglich einem Zehntel der ursprünglich geplanten Menge“ erklärt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG, www.buveg.de).

Verunsicherung statt Investitionsanreize

Die zögerliche Politik der Bundesregierung hat bisher dazu geführt, dass Hausbesitzer abwarten statt zu investieren. Bestes Beispiel für dieses enttäuschende Ergebnis ist die fehlende steuerliche Förderung für Energieeffizienzmaßnahmen. Umgesetzt wurde die Maßnahme bis heute nicht, weil sich Bund und Länder bei der Gegenfinanzierung nicht einigen konnten.
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Grüne Welle für die Dachbegrünung

Wie wir die Kurve zum umweltbewussten Bauen bekommen, zeigt uns ausgerechnet ein Gebäudekomplex namens „Curve“.

Nachhaltigkeitszertifizierung „Exzellent“

Bildquelle: Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH

Der ehemalige Firmensitz des Solarherstellers Solon in Berlin Adlershof vereint – ohne zu übertreiben – quasi alle Anforderungen ans heutige Bauen. Einen effizienten Umgang mit Ressourcen bei gleichzeitig maximaler Lebensqualität. Die Energiebilanz ist beeindruckend: Curve verbraucht nur ca. 15 % der Energie eines vergleichbaren Gebäudes oder andersherum, es spart demgegenüber eindrucksvolle 85 %. Das macht das Gebäude nicht nur fürs Baujahr 2009 zum Musterbeispiel. Erst im letzten Jahr wurde es nach dem aktuellen Standard für Nachhaltigkeitszertifizierungen „BREEAM DE“ mit dem Prädikat „Exzellent“ ausgezeichnet. Das ist bis dato das beste Ergebnis unter den nach BREEAM-Standard untersuchten Gebäuden in Berlin.

Gründach zum Sonne tanken und Energie produzieren

Die Idee des Solarherstellers und Vorgabe an die Planer: Produktion und Verwaltung sollten unter einem gemeinsamen Dach vereint werden. Damit das Dach für die Mitarbeiter nutzbar wird, fiel die Wahl auf ein Gründach. Die wellenförmige begrünte Dachkonstruktion wird von den roten Treppenhaustürmen durchstoßen. Die Mitarbeiter können ihre Mittagspause auf der Dachterrasse verbringen. Liegestühle stehen bereit, eine Liegewiese lädt zum Relaxen ein und ein „Sandstrand“ mit Wasserbecken befindet sich ebenfalls auf dem Dach. … Weiterlesen

Baugesetze und Freiheit

Ansicht der Antivilla von Arno Brandlhuber

Die Antivilla am Krampnitzsee. Foto: Jürgen Weidner

Freie Grundrisse und die Verknüpfung mit der umgebenden Landschaft sind die ent­schei­denden Komponenten, die dem einst eher für leblose Sachen konzipierten ehemaligen La­gerge­bäu­de der VEB Obertrikotagen „Ernst Lück“ zugefügt wurden und es in ein in­spi­rie­rendes Atelier- und Wohn­ge­bäude verwandelten.

Der Titel des Projektes – Antivilla – ist eher ir­re­führend, denn das Ergebnis ist kei­nes­wegs das Gegenteil eines luxuriösen und reprä­sen­tativen Landhauses, wie ur­sprüng­­lich im Römischen Reich mit dem Begriff „Villa“ be­zeichnet, sondern eine zeit­ge­mäße Modellierung dieser Werte im 21. Jahrhun­dert, die in Feuilletons und Fach­pres­se rege besprochen wird und mittlerweile auch als Kulisse trendiger Spielfilme Verwen­dung fin­det. … Weiterlesen

Hilfreiche Labels und Zertifikate für Bauprodukte

Sören Scholz von DIN CERTCO im Interview zum europäischen Qualitätszeichen KEYMARK und dem DIN Geprüft-Siegel für Wärmedämmung

Die Qualität verbauter Baustoffe und Produkte lernen Bauherren erst nach der Kaufentscheidung und dem Einbau schätzen. Umso wichtiger ist, die Qualitätsmerkmale bereits vorher zu kennen. Und das ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach.

Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Wi.-Ing. (FH) Sören Scholz - Leiter der Zertifizierungsstelle  DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH

Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Wi.-Ing. (FH) Sören Scholz – Leiter der Zertifizierungsstelle DIN CERTCO

Die Umstellung auf europaweit einheitliche und mandatierte Normen für Bauprodukte zog den Wegfall des etablierten Ü-Zeichens in Deutschland für CE-gekennzeichnete Produkte nach sich. Die Einführung zusätzlicher, freiwilliger Labels soll den Informationsverlust abfangen, ist auf den ersten Blick allerdings schwer zu durchschauen. Und die Kennzeichnungspflicht für Baustoffe wächst weiter. So gilt ab 1. Februar 2019 eine Deklarationspflicht für Bauprodukte, die im Innenraum verbaut werden: Für Boden-und Wandbeläge, Holzwerk- und einige Dämmstoffe müssen künftig die Emissionen stark flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) in der sogenannten Leistungserklärung angegeben werden, die Bauprodukte mit CE-Kennzeichnung begleitet.

Umweltbewusst Bauen hat nachgefragt.

Sören Scholz, Leiter der Zertifizierungsstelle bei DIN CERTCO in Berlin, nimmt jährlich die Zertifizierung, Überwachung und Kennzeichnung von Produkten vor. Er gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen und erklärt, was ein DIN-Zertifikat alles bedeutet. … Weiterlesen

Als Umkehrdach gebaute Gründächer werden 40 Jahre und älter

Gründach – ökologisch und ökonomisch mehr als nur eine Alternative

Geschaeftshaus in Hamburg Foto: Optigruen

Geschäftshaus in Hamburg – Foto: Optigruen

Flachdächer waren Jahrzehnte lang die Problemkinder unter den Dächern. Im Vergleich zu den mit Dachsteinen gedeckten und geneigten Sattel-, Walm- oder Pultdächern hielten Flachdächer schutzlos der Witterung ausgesetzt nicht lange Stand. Die Konstruktionen und Abdichtungen waren anfällig für eindringende Feuchtigkeit und Leckagen und ganz nebenbei nicht schön anzusehen.

Heute sieht das schon anders aus. Der Gründachtrend macht alte und neue Flachdächer nicht selten zum reinen Glücksfall. Sonst ungenutzte Dachflächen in luftiger Höhe werden zur erweiterten Wohnfläche und Aufenthaltsraum unter freiem Himmel. Ob zusätzliche Dachterrasse, Dachgarten, oder als reines Biotop für Vögel und Insekten – Gründächer sehen nicht nur gut aus, sie bringen auch gleich eine Vielzahl an Vorzügen mit. Dabei punkten begrünte Dächer nicht nur bei den Hausbewohnern. Auch die Städte und unsere direkte Umwelt profitieren von den positiven Einflüssen, etwa beim Rückhalt von Regenwasser beim Starkregen, durch Aufnahme von Luftschadstoffen oder als kühlende Inseln gegen die sommerliche Überhitzung der Innenstädte. … Weiterlesen

Alles Müll oder was?

BUND fordert zum Plastikfasten auf

Laut BUND werden in Deutschland jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Plastik verbraucht, davon lande mit rund sechs Millionen Tonnen pro Jahr die Hälfte im Müll – europaweit am meisten Plastikmüll!

Ökodämmstoffe

Foto: www.helenesouza.com – www.pixelio.de

Warum nicht aus dem „herkömmlichen“ Fasten, vor allem von Nahrung und schlechten Gewohnheiten, eins zu eins ein Plastikfasten machen? Nun, weil der Einsatz von Kunststoff das eine und „Plastikmüll“ das andere ist.

Verpackungen-Fasten

Über einen bestimmten Zeitraum hinweg Plastik beim täglichen Einkauf als Verpackung zu umgehen, wenn möglich zu Produkten ohne Verpackungen, in Mehrwegverpackungen aus Glas oder zu Verpackungen aus Papier und Karton zu greifen, das würde den Plastikmüll enorm reduzieren – besonders wenn jeder mitmacht und die Fastenzeit 365 Tage im Jahr beträgt.
Doch bei weitem nicht alle Kunststoffprodukte sind auch gleich Plastikmüll. Beim Versuch Kunststoffe komplett zu umgehen, wird es schwierig. Denn Kunststoffe sind nicht nur in Verpackungen auch in Haushaltsgeräten, Kleidung, Spielzeugen, Möbeln oder Autos.

Der BUND schlägt vor, zu Produkten ohne Verpackungen, in Mehrwegverpackungen aus Glas oder zu Verpackungen aus Papier und Karton zu greifen. Aber so einfach ist das nicht – oder so schwarz-weiß.  Würde man Verpackungen aus Kunststoff durch andere Materialien ersetzen, dann wäre der Energieverbrauch in Europa 2,2-mal höher und es würden 2,7-mal so viel Treibhausgase ausgestoßen werden, wie Studien belegen.

Es geht also nicht – wie so oft beim Thema Umwelt um ganz oder gar nicht oder um gut oder böse. Vielmehr gilt meist: sowohl als auch Kopfeinschalten! Mitdenken!

Sicherlich ist es sinnvoll die Plastiktüte gegen den Stoffbeutel zu ersetzen. Aber es gibt auch Kunststoffprodukte, die zur Energie- und Ressourceneinsparung dienen und die CO2 Emission sogar verringern.

So kommen aktuell etwa ein Viertel der verarbeiteten Kunststoffe in langlebigen Anwendungen im Baubereich zum Einsatz: als Fenster, als Rohrleitung, als Wärmedämmung, Bodenbelag und vieles mehr. Diese Produkte haben eine äußerst lange Lebensdauer und helfen während des Gebrauchs, wertvolle Ressourcen zu sparen. Eine Wärmedämmung etwa spart schon im ersten Jahr ihrer Nutzung die Energiemenge ein, die zu ihrer Produktion nötig war. Schon ab dem zweiten Jahr spart sie netto Ressourcen ein.

Baukosten – Wieviel kostet der Faktor Energieeffizienz wirklich?

Energiesparhäuser müssen nicht teurer sein

Foto: Modernisierungsoffensive

Foto: Modernisierungsoffensive

In den Koalitionsverhandlungen haben Union und SPD ein milliardenschweres Paket zur Schaffung von mehr Wohnraum beschlossen. Der soziale Wohnungsbau soll mit einer Summe von bis zu zwei Milliarden Euro bis 2021 gestärkt werden. Ein Baukindergeld für Familien und Investitionsanreize für die Bauwirtschaft sollen den Bau von mehr Wohnungen bahnen – dafür sind ebenfalls zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Warum ist der Wohnungsbau so teuer?

Die einzuhaltenden Umweltstandards und Vorgaben zur Energieeffizienz werden immer wieder für die Kostensteigerungen in Neubauprojekten verantwortlich gemacht. Fakt ist: seit 1945 steigen die Baukosten, da die Qualität der Wohnhäuser immer weiter verbessert wurde. Größere Wohnflächen, standardmäßig verfügbare Balkone und große Bäder, hochwertige Materialien, modernere Technik, mehr Wohnkomfort und natürlich auch höhere Energieeffizienz.

Die reinen Baukosten werden oft als einziger Bewertungsmaßstab für kostengünstiges Bauen angesetzt. „Wir bauen billig um teuer zu wohnen“ stellte Karl Hencky bereits 1921 in seiner Veröffentlichung “Wärmeverluste durch ebene Wände” fest. Und das gilt heute mehr denn je. Je energieeffizienter ein Neubau, desto mehr Energie und Kosten können ab Einzug und über die gesamte Lebensdauer hinweg eingespart werden. Doch die Baukosten schlagen nun mal beim Bau mit durchaus beträchtlicher Höhe zu Buche. Die Summe steht von Beginn der Bauarbeiten bis weit nach Fertigstellung im Raum und wird immer wieder zum Maß aller Dinge gemacht. … Weiterlesen

Newsticker vom 11.1.2018

Wir wollen Ihnen einen Überblick über die Medienresonanz und aktuelle Themen rund um das Umweltbewusste Bauen, energieeffizienten Neubau, Dämmen und Dachbegrüng geben. Dafür checken wir das Web für Sie und geben eine kurze Zusammenfassung der jeweiligen Artikel mit dem – aktiven – Link, damit Sie sich selbst ein Bild über den Themenbereich machen können:

 

Neues in 2018

Was Bauherren und Hauseigentümer 2018 beachten müssen

Die Verbraucherzentrale klärt darüber auf, was man ab sofort bei Neubau und Altbau-Sanierung beachten muss. Überblick zu den Neuerungen bei den staatlichen Förderprogrammen von BAFA und KfW, Regelungen zur Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe und dem neuen Bauvertragsrecht.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/stwendel/wichtige-infos-fuer-hausbesitzer-und-bauherrn_aid-7019897

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Grüne Häuser erobern Großstädte

Emporis Skyscraper Award und Gründachstudien von Großstädten zeigen den ungebrochenen Trend

oasia-hotel-downtown-sky-garden

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Immer mehr Bauherren und Planer setzen auf grüne Dächer, Innenhöfe und Fassaden. Selbst in engen Innenstädten und bei Hochhäusern. Das zeigte erst kürzlich die Bekanntgabe der Preisträger im „Emporis Skyscraper Awards 2016“. Den Internationalen Hochhauswettbewerb gewann ein spektakuläres Wohngebäude mitten in New York City. Das VIA 57 West – über 47 verschiedene einheimische Pflanzenarten begrünen den Innenhof des Wolkenkratzers.

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Klimaschutz mit Planungssicherheit und klaren Vorgaben der Politik

Unternehmen fordern Kohleausstieg

Ökodämmstoffe

Foto: www.helenesouza.com – www.pixelio.de

Eine Sondierung jagt die andere – das Jamaika-Bündnis tut sich vor allem in Sachen Klimaschutz schwer, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Auf dem Spiel steht das Erreichen der gesetzten Klimaschutzziels für das Jahr 2020. Also schon in gut 2 Jahren! Und damit genau in der Amtszeit der neuen Regierung. Wie stark werden sich die Regierungspartner bemühen , dieses Ziel noch zu erreichen? Im Wahlkampf jedenfalls hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das fest zugesagt.

Klimaziel: Bis 2020 40 Prozent weniger CO2

Süddeutsche Zeitung: „Deutschland droht sein selbstgestecktes Klimaziel zu verfehlen – und das dramatischer als gedacht. Offiziell strebt die Bundesregierung immer noch an, die klimaschädlichen Emissionen bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Doch die Lücke zum Ziel ist nach internen Berechnungen des Bundesumweltministeriums weit größer als angenommen: Ohne eine “Nachsteuerung” sei bis 2020 bestenfalls ein Minus von 32,5 Prozent zu erwarten; schlimmstenfalls würden die Emissionen nur um 31,7 Prozent sinken.“
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-deutschland-hinkt-seinem-klimaziel-hinterher-1.3702329

Deutsche Unternehmen wollen den Ausstieg aus der Kohleenergie

Insbesondere FDP und Grüne streiten energisch über die Frage, ob und wie schnell deutsche Kohlekraftwerke stillgelegt werden können. Ob motiviert durch die neue Regierungsbildung oder die derzeit stattfindende Weltklimakonferenz in Bonn, über 50 deutsche Unternehmen appellieren nun an die Bundesregierung, den Kohleausstieg anzugehen. Der Spiegel zum „Appell an die Politik – Konzern-Bündnis fordert Kohleausstieg“: „Die künftige Bundesregierung müsse einen verlässlichen und sozialverträglichen Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung festlegen“. Der Apell kommt von 50 deutschen oder in Deutschland aktiven Konzernen, darunter Siemens, SAP, Adidas, Puma, Aldi Süd, EnBW, Telekom, Deutsche Börse, Hochtief, Otto, Hermes, Epson Deutschland, Metro und Nestlé sowie Wirtschaftsverbände Germanwatch, B.A.U.M. und die Stiftung 2 Grad. … Weiterlesen